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Waldhäuser

Das Bergdorf Waldhäuser auf 1000 m ü.NN ist der höchstgelegene Ort im Nationalpark Bayerischer Wald. Die Ruhe, die traumhaft schöne Aussicht auf ursprüngliche, weite Natur macht Waldhäuser so attraktiv für erholungssuchende Menschen . Dem Maler Reinhold Köppl und dem Maler und Bildhauer Heinz Theuerjahr verdankt Waldhäuser den Beinamen „Künstlerdorf“. Eine Ausstellung der Werke von Heinz Theuerjahr ist im Skulpturengarten zu besichtigen.

Während viele Orte im Herbst im Nebel versinken, können Sie hier in Waldhäuser wunderbar sonnige Tage erleben. Der Panoramablick über das Nebelmeer hinweg bis zu den Alpen und das bunte Laub der Bergwälder laden Sie zu unvergesslichen Gipfelerlebnissen auf den Hausbergen Lusen und Rachel sowie zu zauberhaften Spaziergängen auf sehr gut markierten Wanderwegen ab Haus ein. Die Meereshöhe gewährleistet einen frühen, langen, schneesicheren Winter. Sowohl die beiden Skilifte, als auch die gut gepflegten Höhenloipen und verschiedene Rodelhänge sind in wenigen Gehminuten erreichbar.

Zwei Gastwirtschaften in unmittelbarer Nähe sorgen für das leibliche Wohl.

Der Nationalpark

Eine bewegende Geschichte in einer bewegten Region.
1970 gegründet und 1997 erweitert, erstreckt sich der erste deutsche Nationalpark auf einer Fläche von insgesamt 24.250 Hektar entlang der deutsch-tschechischen Grenze.Er bildet – zusammen mit dem unmittelbar angrenzenden tschechischen Nationalpark Sumava – die größte zusammenhängende Waldfläche Mitteleuropas.  
Unter dem Motto „Natur Natur sein lassen“, entsteht und erhält sich hier ein Urwald, der in seiner Artenvielfalt und Natürlichkeit seinesgleichen in Europa sucht.
Bizarr aufragende Wurzelstöcke, undurchdringbare Jungwuchsflächen, renaturierte Bachläufe und mystisch wirkende Hochmoore – so präsentiert sich diese einmalig schöne Naturlandschaft ihrem Besucher. Der Rückzug des Menschen aus diesem einst so wichtigen Nutzwald war von Anfang an umstritten und wird bis heute von einem Teil der Bevölkerung infrage gestellt. Zu sehr schlägt das Herz mancher Einheimischen für ihren Wald, zu tief steckt die Prägung, den Wald zu pflegen und ihn respektvoll zu nutzen. Doch gerade dieser Respekt vor der Natur war einst Anlass zur Gründung des Nationalparks. Der Natur Raum zu geben, sich selbst und unter eigenen Vorgaben zu entwickeln, nicht einzugreifen, wenn natürliche Prozesse das gewohnt idyllische Bild des Waldes verändern, abzuwarten, zu dulden, auch wenn es die eigene Lebensspanne überschreitet – das wollte und will man erreichen. Der Wald nimmt es gelassen, er tut, was ihm die Natur befiehlt und was entsteht ist beeindruckend: Vielfalt, Erneuerung und ein anderes Verständnis von Zeit.
Anfang der 1990 Jahre starb der Wald besonders in den Gipfellagen des Nationalparks großflächig ab. Schuld war der Borkenkäfer, der mit den durch Umwelteinflüsse ("sauerer Regen" der 1970er und 1980er Jahre) schon geschwächten Fichtenmonokulturen leichtes Spiel hatte. Stürme wie z. B. Kyrill taten ihr Übriges. Im Sinne des Nationalparkgedanken "Natur Natur sein zu lassen" entschied man sich nicht zum Eingreifen. Heute, über 20 Jahre später, wächst nun zwischen den Baumruinen ein natürlicher, robusterer Bergmischwald nach, der bereits eine Höhe von 2 bis 3 Metern erreicht hat. Dieser wird für den Borkenkäfer dann weniger anfällig sein. Das Motto "Natur Natur sein lassen" stammt übrigens vom langjährigen Nationalparkleiter Hans Bibelriether, der den Satz Anfang der 1990er Jahre prägte, als der "alte Wald" großflächig abstarb.Mit diesem Motto verteidigte die Nationalparkverwaltung damals die Strategie der "natürlichen Dynamik" gegen das "traditionelle forstliche Eingreifen" (also das Beseitigen der erkrankten und abgestorbenen Bäume um dem Schädling Einhalt zu gebieten). Diese Maßnahme wurde von lokalen Akteuren vehement gefordert, da man um den Tourismus in der Region fürchtete. Heute, zeigt sich, dass die damalige Entscheidung der Experten richtig war: Der Weg vom ehemaligen Wirtschaftswald zum Beginn eines Urwald war natürlich "brutal", dafür aber kurz. Heute können Besucher nun hautnah das Heranwachsen einer "richtigen" Wildnis miterleben. Bis sich der natürliche Zustand von vor 1850 mit einem natürlichen Bergmischwald mit hohem Tannenanteil wieder herausgebildet hat, werden trotzdem noch mehrere Baumgenerationen bzw. Jahrhunderte vergehen.